Lohnt sich die private Krankenversicherung für Selbstständige?
Für die meisten Selbstständigen mit einem stabilen Verdienst über etwa 40.000 € im Jahr: ja. Als Selbstständiger zahlst du in der freiwilligen GKV den vollen Beitrag allein, ohne Arbeitgeberzuschuss.
Das sind bei einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze rund 1.017 € pro Monat (Stand 2026). In der privaten Krankenversicherung liegt ein gesunder 30-jähriger Selbstständiger bei einem leistungsstarken Tarif zwischen 400 und 600 € monatlich, bei deutlich besseren Leistungen.
Die PKV für Selbstständige rechnet sich dann über das ganze Berufsleben spürbar. Für Selbstständige mit niedrigem oder schwankendem Einkommen kann die GKV trotzdem die bessere Wahl sein.
Deine 3 wichtigsten Vorteile als Selbstständiger in der privaten Krankenversicherung
1. Dein Beitrag hängt nicht vom Gewinn ab.
In der gesetzlichen Krankenkasse steigen deine Beiträge mit jedem Euro, den du mehr verdienst, bis zum Höchstbeitrag von aktuell 1.017 € pro Monat. In der privaten Krankenversicherung zahlst du das Gleiche, egal ob du 60.000 € oder 250.000 € im Jahr verdienst. Für gutverdienende Selbstständige und Freiberufler ist das bares Geld: Die Differenz kann schnell 500 bis 700 € pro Monat betragen.
2. Du bekommst garantierte Leistungen, die keiner kürzen kann.
Was in deinem PKV-Vertrag steht, steht dauerhaft drin. Die gesetzliche Kasse kürzt regelmäßig Leistungen (höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, weniger Physiotherapie, neue Selbstbeteiligungen im GKV-System). Deine Leistungen und dein Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung bleiben stabil. Dazu bessere Leistungen für deine Gesundheit: Zahnersatz, Heilpraktiker, Psychotherapie, Chefarztbehandlung im Krankenhaus, freie Arztwahl, schnellere Termine.
3. Du behältst dein Einkommen im Krankheitsfall.
Als Selbstständiger bekommst du weder Lohnfortzahlung noch automatisches Krankengeld. Wenn du 3 Monate ausfällst, ist das ohne Absicherung existenzbedrohend. Mit einer passenden Tagegeldversicherung, die du in der privaten Krankenversicherung flexibel gestalten kannst, bekommst du ab dem 4. Krankheitstag täglich deinen Nettolohn weiter. Ein zentraler Teil der privaten Krankenversicherungs Leistungen für Selbstständige und Freiberufler.
Darum fahren Selbstständige in der privaten Krankenversicherung finanziell besser
Als Selbstständiger unterliegst du nicht der Sozialversicherungspflicht. Du kannst frei zwischen GKV und PKV wählen, unabhängig von deinem Einkommen.
Ein entscheidender Unterschied zu Angestellten, die erst bei einem Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € Brutto (Stand 2026) in die private Krankenversicherung wechseln dürfen.
Der zentrale Kostenunterschied zwischen GKV und PKV
In der GKV zahlst du als Selbstständiger den kompletten Beitrag allein. Keinen Arbeitgeberzuschuss, keine Unterstützung. Der GKV-Beitragssatz richtet sich nach deinem Einkommen, genauer gesagt nach deiner gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Dazu zählen auch Mieteinnahmen, Kapitalerträge und andere Einkünfte aus deiner Tätigkeit.
Konkrete Kosten und Beiträge für 2026:
- Mindestbeitrag GKV (bei niedrigem Einkommen): ca. 205 € pro Monat
- Höchstbeitrag GKV (ab 5.812,50 € Brutto pro Monat): 1.017 € pro Monat
- Zusatzbeitragssatz der meisten Kassen 2026: 2,5 bis 2,9 %
In der privaten Krankenversicherung sieht die Logik anders aus. Dein Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und den gewählten Leistungen. Typische Kosten für einen 30-jährigen Selbstständigen bei einem leistungsstarken Tarif der privaten Krankenversicherung mit vollem Versicherungsschutz: 400 bis 600 € im Monat, je nach Leistungsumfang und Selbstbeteiligung.
Wenn du gut verdienst und gesund bist, liegen deine Kosten in der privaten Krankenversicherung oft bei der Hälfte bis einem Drittel des GKV-Beitrags. Bei deutlich besseren Leistungen und individuell passendem Versicherungsschutz.
Wichtig ehrlich einzuordnen: Je länger du selbstständig bist und je mehr du verdienst, desto größer wird der Beitrag-Vorteil. Wer aber im ersten Jahr der Selbstständigkeit noch um 25.000 € Gewinn kämpft, für den rechnen sich die Beiträge der privaten Krankenversicherung unter Umständen noch nicht.
Die ehrliche Faustregel für Selbstständige und Freiberufler: ab ca. 40.000 € stabilem Jahreseinkommen wird eine PKV für Selbstständige interessant, und deine Gesundheit bekommt spürbar bessere Leistungen als in der GKV.
Die 3 häufigsten Fehler, die du vor dem PKV-Abschluss machst
Bevor Selbstständige bei uns landen, haben viele bereits einen dieser Wege ausprobiert:
1. Beim GKV-Wechsel ein niedriges Umsatz angegeben
Der Klassiker. Du machst dich selbstständig, gehst in die GKV und gibst ein geringes Einkommen an, um den Mindestbeitrag zu zahlen. Klappt ein Jahr lang super. Dann kommt die Steuererklärung. Dein Steuerberater meldet 70.000 € Gewinn aus deiner Tätigkeit ans Finanzamt.
Die GKV bekommt Wind davon, schaut dein Einkommen rückwirkend an und schickt dir einen sehr unfreundlichen Brief: Nachzahlung von 10.000 bis 20.000 € auf 10 Tage Zahlungsziel.
Dazu die Steuernachzahlung, dazu die Steuervorauszahlung. Wir sehen diesen Fall in der Beratung regelmäßig.
2. Günstigen Tarif der privaten Krankenversicherung mit GKV-Niveau wählen
Manche Makler empfehlen Selbstständigen besonders günstige Einsteiger-Tarife, die den Beitrag niedrig halten und den Versicherungsschutz auf das Nötigste reduzieren.
Das Problem: Du machst dich selbstständig, um mehr Entscheidungsfreiheit zu haben.
Wenn du nur GKV-Niveau willst, bleib in der GKV. Eine PKV auf Sparflamme abzuschließen heißt, die Vorteile der privaten Krankenversicherung für Selbstständige zu verschenken und im Leistungsfall zu merken, dass wichtige Leistungen fehlen. Ein späteres Upgrade auf bessere Leistungen ist nur mit neuer Gesundheitsprüfung möglich.
3. Kein das Tagegeld abgeschlossen
Der häufigste teure Fehler. Viele Selbstständige schließen ihre PKV ab und vergessen das Tagegeld oder wählen einen zu niedrigen Tagessatz.
Folge: Fällst du mit einem Bandscheibenvorfall, Burnout oder nach einem Unfall 3 Monate aus, hast du keine Einkünfte. Das Tagegeld kostet typischerweise 30 bis 80 € im Monat, je nach Tagessatz und Karenzzeit. Gemessen am Risiko gibt es kaum eine günstigere Absicherung deines Wohlbefindens und deiner Existenz.
Das Kern-Problem: die Nachzahlungsfalle in der GKV
Eines der Themen, vor denen wir Selbstständige am häufigsten warnen, und das in der Standardberatung fast nie ausreichend erklärt wird: die rückwirkende Beitragsanpassung durch die GKV.
Wie es passiert (konkretes Rechenbeispiel):
Du machst dich zum 1. Januar selbstständig. Du gehst in die GKV und gibst einen geschätzten Gewinn von 30.000 € im Jahr an. Dein Monatsbeitrag: ca. 400 €.
Jahr 1 läuft gut, du machst am Ende 70.000 € Gewinn.
Steuererklärung ist fällig, Gewinn wird ans Finanzamt gemeldet. Das Finanzamt informiert automatisch deine Kasse. Die rechnet rückwirkend nach:
- Tatsächlicher GKV-Höchstbeitrag bei 70.000 € Gewinn: ca. 950 € pro Monat
- Bereits gezahlt: 400 € pro Monat
- Differenz pro Monat: 550 €
- Nachzahlung für 12 Monate: 6.600 €
Dazu kommt: Die GKV geht jetzt davon aus, dass du im laufenden Jahr wieder 70.000 € verdienst und setzt deinen Monatsbeitrag sofort auf 950 € hoch. Für die nächsten Monate kommt also auch noch eine Vorauszahlungsdifferenz dazu.
Im schlimmsten Fall (2 Jahre so weitergelaufen) reden wir über 15.000 bis 20.000 € Nachzahlung, die auf einmal fällig werden. Plus Steuernachzahlung, plus Steuervorauszahlung. Schnell ein Existenzproblem.
In der privaten Krankenversicherung passiert das nicht. Dein Beitrag ist fix und einkommensunabhängig. Keine Rückwirkung, keine Überraschungen.
Die 3 Anbieter der privaten Krankenversicherung, die wir Selbstständigen am häufigsten empfehlen
Den „besten“ Tarif für alle gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht.
Welche private Krankenversicherung für dich die richtige ist, hängt von deinen Diagnosen, deinem Alter, deinem Einkommen und deinen persönlichen Wünschen an die Gesundheitsversorgung ab.
Ein Asthma-Spray in der Akte kann bedeuten, dass ein Anbieter dich komplett ablehnt, während ein anderer nur einen moderaten Risikozuschlag ansetzt. Auch die Wahl deiner Selbstbeteiligung beeinflusst, bei welchem Versicherer du am besten aufgehoben bist.
Mit dieser Einschränkung im Hinterkopf, sind das die drei Anbieter, bei denen wir für Selbstständige am häufigsten landen:
1. Universa
Stärke: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Flexible Tarifbausteine, stabile Beitragsentwicklung. Starke Leistungen im Absicherung. Gute Beitragsrückerstattung bei leistungsfreien Jahren. Auch bei höherer Selbstbeteiligung noch leistungsstark.
Passend für: Selbstständige, die einen leistungsstarken PKV-Versicherungsschutz zu fairen Beiträgen suchen.
2. Hanse Merkur
Stärke: Viele Tarifoptionen und Leistungen der privaten Krankenversicherung für unterschiedliche Budgets, gute Leistungen im ambulanten und Zahnbereich. Große Flexibilität bei der Selbstbeteiligung.
Passend für: Selbstständige mit schwankendem Einkommen, die über ihre Selbstbeteiligung den Beitrag aktiv steuern wollen.
3. ARAG
Stärke: Akzeptiert auch Selbstständige mit einer etwas komplexeren Gesundheitsakte zu oft moderaten Konditionen. Solide Leistungen bei Krankenhaus, Zahnersatz und Vorsorge. Moderate Selbstbeteiligungen.
Passend für: Freiberufler und Selbstständige mit Vorerkrankungen, die anderswo abgelehnt oder mit hohen Risikozuschlägen belegt würden.
Wichtig: Diese drei PKV-Anbieter sind unser häufiger Endpunkt, aber selten der Startpunkt. Wir fangen immer bei deiner Situation an, machen die anonyme Risikovorprüfung und schauen dann, welcher der 40+ Anbieter privater Krankenversicherungen im Vergleich am besten abschneidet. Manchmal landen wir bei der Allianz, manchmal bei der Barmenia, manchmal bei einem deutlich kleineren Spezialisten.
Tagegeld-Tarif oder Einkommenslücke?
Hier der Abschnitt, bei dem die meisten Selbstständigen entweder zu wenig oder falsch abgesichert sind. Bleib dran, das kann im Ernstfall deine Existenz retten.
Das Problem: Als Selbstständiger gibt es keinen Arbeitgeber, der dir im Krankheitsfall 6 Wochen Gehalt weiterzahlt. Auch das automatische Krankengeld der GKV (ab der 7. Krankheitswoche) hast du in der privaten Krankenversicherung per se nicht, und auch in der GKV musst du es als Selbstständiger aktiv dazubuchen.
Fällst du 3 Monate aus (Bandscheibenvorfall, Burnout, Unfall): kein Verdienst aus deiner Tätigkeit. Gleichzeitig laufen Miete, Leasingraten, andere Versicherungen, Abos weiter. Ohne passenden Versicherungsschutz reden wir schnell über 15.000 bis 30.000 € Einkommensausfall, die du aus Rücklagen stemmen musst.
Du hast zwei Wege, damit umzugehen:
- Einkommenslücke akzeptieren: Du verlässt dich auf deine Rücklagen. Funktioniert, solange du genug angespart hast und nicht länger als ein paar Wochen ausfällst. Gefährlich bei längeren Ausfällen.
- das Tagegeld abschließen: Du vereinbarst einen Tagessatz (oft zwischen 100 und 300 € pro Tag), der dir ab dem 4., 15. oder 22. Krankheitstag ausgezahlt wird, solange du arbeitsunfähig bist. Steuerfrei. Beitrag je nach Tagessatz und Karenzzeit zwischen 30 und 100 € pro Monat. So bleiben deine Gesundheit und deine Existenz abgesichert.
Der Punkt, den andere Ratgeber gerne weglassen: Die Qualität der Leistungen im Tagegeld variiert stark. Manche Tarife haben Leistungseinschränkungen bei psychischen Erkrankungen (obwohl Burnout und Depression bei Selbstständigen überdurchschnittlich häufig sind), andere kürzen die Leistungen, wenn sich dein Einkommen nachträglich verändert. Ein guter Tarif deckt psychische Erkrankungen voll ab und lässt sich flexibel anpassen.
Welcher Versicherungsschutz für dich passt, hängt von deinem Geschäftsmodell, deinen laufenden Fixkosten und deinem Gesundheitszustand ab. Deshalb machen wir vor jeder Empfehlung eine anonyme Risikovorprüfung bei allen relevanten Anbietern der privaten Krankenversicherungen. Ohne dass dein Name irgendwo auftaucht oder ein Eintrag in der HIS-Datei entsteht.
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Was unsere Kunden nach dem Wechsel sagen
Pet2k, Wechsel von gesetzlicher zu privater Krankenversicherung (August 2025): „Ich habe eine sehr gute und transparente Beratung hinsichtlich eines Wechsels erhalten. Alle Vor- und Nachteile wurden sauber und nachvollziehbar vorbereitet. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt.„
Cengiz Cakar (März 2025): „Kompetent, schnell und unkompliziert. Es gibt stets eine passende Lösung. Klare Empfehlung.„
Matt Iris (Juni 2025): „I confidently recommend dein onlinemakler. They found answers where other providers were unable to assist. They also found the most affordable option.„
Die Kosten der privaten Krankenversicherung für Selbstständige
Die Kosten hängen von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung und eventuellen Risikozuschlägen ab.
Hier die typischen Kosten pro Monat für 2026:
| Profil | Leistungen | Kosten/Monat |
|---|---|---|
| Selbstständiger (30 J., gesund) | Basis-Krankenvollversicherung mit Selbstbeteiligung | ab 350 bis 450 € |
| Selbstständiger (30 J., gesund) | Komfort-Tarif inkl. Tagegeld | ab 450 bis 650 € |
| Selbstständiger (40 J., gesund) | Komfort-Tarif inkl. Absicherung | ab 550 bis 800 € |
| Kind (über Selbstständigen versichert) | Vollschutz | ca. 150 bis 200 € |
Die Kosten bauen sich aus mehreren Bausteinen auf: Grundtarif, Zahnbaustein, Krankenhausbaustein (ambulant, stationär, Wahlleistungen), Tagegeld, Pflegepflichtversicherung. Jede Komponente lässt sich über die gewählten Leistungen und die Selbstbeteiligung anpassen. Mit einer höheren Selbstbeteiligung senkst du deine monatlichen Kosten deutlich, trägst aber im Leistungsfall mehr selbst.
Der ehrliche Kostenvergleich GKV vs. PKV: Als Selbstständiger mit einem Einkommen ab 5.812,50 € im Monat (also ca. 70.000 € im Jahr) zahlst du in der GKV 1.017 € pro Monat.
Für einen 30-jährigen, gesunden Selbstständigen sind Kosten zwischen 450 und 650 € in der privaten Krankenversicherung bei deutlich besserem Krankenversicherungsschutz also weit entfernt von „teurer Luxusversicherung“.
Für deine konkrete Situation: Unser PKV-Rechner liefert dir in 2 Minuten eine realistische Hausnummer für deine Kosten.
Beitragsrückerstattung: Geld zurück, wenn du gesund bleibst
Ein besonderes Feature der privaten Krankenversicherung für Selbstständige, das in der GKV komplett fehlt: die Beitragsrückerstattung.
Vereinfacht gesagt, bekommst du Geld zurück, wenn du im Kalenderjahr keine Leistungen in Anspruch nimmst. Die Beitragsrückerstattung ist einer der stärksten Anreize der privaten Krankenversicherung, bewusst mit deiner Gesundheit umzugehen und kleine Leistungen selbst zu zahlen.
So funktioniert die Beitragsrückerstattung:
Die meisten PKV-Anbieter zahlen dir 1 bis 6 Monatsbeiträge zurück, wenn du ein volles Kalenderjahr keine Rechnungen einreichst. Bei manchen Tarifen gibt es gestaffelte Modelle, bei denen die Beitragsrückerstattung mit jedem leistungsfreien Jahr höher wird (4 Monatsbeiträge im ersten Jahr, 5 im zweiten, 6 ab dem dritten).
Konkretes Beispiel:
Du zahlst 500 € Beitrag pro Monat. Dein Tarif sieht 3 Monatsbeiträge Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit vor.
- Jahresbeiträge gesamt: 6.000 €
- Beitragsrückerstattung nach einem leistungsfreien Jahr: 1.500 €
- Effektive Beiträge im gesunden Jahr: 4.500 € (entspricht 375 € pro Monat)
Wichtig zu verstehen: Die Beitragsrückerstattung lohnt sich, wenn deine Arztbesuche und Leistungen in einem Jahr unter der Höhe der Beitragsrückerstattung liegen. Eine kleine Brille oder ein Zahnarztbesuch unter 500 € zahlt sich oft privat aus, statt die Beitragsrückerstattung zu verlieren. Klingt komisch, aber das Gesundheitssystem rechnet hier tatsächlich Nutzen gegen Selbstzahlung.
In der GKV gibt es nichts Vergleichbares. Dort zahlst du den vollen Beitrag, egal wie gesund du lebst.
Krankenvollversicherung vs. Zusatzversicherung: Was brauchst du wirklich?
Als Selbstständiger wirst du zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Wegen entscheiden:
Vollversicherung in der privaten Krankenversicherung:
Du verlässt die GKV komplett und wechselst in eine private Krankenvollversicherung. Dein kompletter Versicherungsschutz läuft über die PKV.
Vorteil: bessere Leistungen, einkommensunabhängiger Beitrag, vertraglich garantierter Krankenversicherungsschutz über das ganze Leben.
GKV plus private Zusatzversicherung:
Du bleibst freiwillig in der GKV und schließt private Zusatzversicherungen ab (Zahnzusatz, Krankenhaus, Heilpraktiker, Auslandsreise). Vorteil: Rückkehroptionen bleiben offen, Familienversicherung für Kinder möglich.
Nachteil: voller GKV-Höchstbeitrag plus Zusatzbeiträge, du zahlst am Ende oft mehr als in einer echten Vollversicherung, bei schlechterem Gesamtpaket an Leistungen.
Unsere Erfahrung: Für die meisten gutverdienenden Selbstständigen ist die echte Krankenvollversicherung in der privaten Krankenversicherung deutlich wirtschaftlicher. Die GKV-plus-Zusatzversicherung-Variante rechnet sich fast nur für Selbstständige mit mehreren Kindern oder stark schwankendem Gewinn, wo die beitragsfreie Familienversicherung der GKV schwer schlägt.
Steuervorteile, die du in der privaten Krankenversicherung mitnimmst
Ein Aspekt, den viele Selbstständige unterschätzen: Deine PKV-Beiträge sind in voller Höhe als Sonderausgaben steuerlich absetzbar, soweit sie dem Basisschutz entsprechen. Für die meisten Selbstständigen heißt das: 80 bis 100 % deiner Beiträge kannst du steuermindernd geltend machen.
Konkretes Beispiel: Du zahlst 500 € monatlich. Davon sind etwa 430 € absetzbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % sparst du rund 2.170 € Steuern pro Jahr, netto.
Rechnerisch werden die Kosten deiner privaten Krankenversicherung dadurch nochmal deutlich günstiger als auf den ersten Blick. Bei der GKV gilt das Gleiche, allerdings sind dort die absoluten Beiträge höher, sodass der steuerliche Vorteil die Differenz nicht ausgleicht.
Wechsel zurück in die GKV: die Realität
Viele Selbstständige fragen uns: „Was ist, wenn ich später wieder zurück will?“ Die ehrliche Antwort:
Der Wechsel zurück in die GKV ist möglich, aber an enge Voraussetzungen geknüpft:
- Du gibst die Selbstständigkeit auf und wirst Angestellter unter der Versicherungspflichtgrenze (77.400 € Brutto pro Jahr, Stand 2026)
- Du bist unter 55 Jahre alt
- Du gehst in die Arbeitslosigkeit
Bist du über 55 oder bleibst Selbstständiger, ist der Wechsel zurück faktisch nicht mehr möglich. Deshalb ist die Entscheidung für die PKV als Selbstständiger langfristig zu denken, und ein später unüberlegter Wechsel wäre doppelt teuer.
Was oft übersehen wird: Wenn du mit 50+ in die private Krankenversicherung wechselst und dort 15 Jahre Altersrückstellungen aufbaust, sind deine Beiträge im Rentenalter oft deutlich günstiger als die Beiträge eines Rentners in der GKV (der dort ebenfalls den vollen Beitrag zahlt).
So läuft der Einstieg bei uns ab
Schritt 1: Trag dich ein, wir melden uns
Du meldest dich unverbindlich über unser Anfrage-Formular.
Wir rufen innerhalb von 24 Stunden zurück.
Schritt 2: Unverbindliches Erstgespräch (ca. 30 Min.)
Wir klären Ausgangssituation, Einkommenserwartung, Geschäftsmodell, Familiensituation, Vorerkrankungen. Kostenlos. Wenn du dich danach gegen uns entscheidest, ist das okay.
Schritt 3: Anonyme Risikovorprüfung und deine Empfehlung
Wir prüfen bei 40+ Anbietern der privaten Krankenversicherungen anonym (ohne deinen Namen, ohne HIS-Eintrag). Auf Basis der Ergebnisse bekommst du 2 bis 3 konkrete Tarife auf den Tisch, mit klarer Begründung inklusive passendem Tagegeld. Bei Zustimmung läuft der Abschluss komplett digital.
Was danach kommt: Über unsere Kunden-App hast du jederzeit Zugriff auf deinen Vertrag. Bei Lebensereignissen (Hochzeit, Kind, Einkommensänderung, Praxisgründung) passen wir deinen Tarif an.
Häufige Fragen zur privaten Krankenversicherung für Selbstständige
Lohnt sich die private Krankenversicherung für Selbstständige wirklich?+
Für die meisten Selbstständigen mit einem stabilen Jahresverdienst über 40.000 €: ja, die private Krankenversicherung für Selbstständige lohnt sich deutlich. In der freiwilligen GKV zahlst du den vollen Beitrag allein, schnell 800 bis 1.017 € pro Monat. In der privaten Krankenversicherung liegst du bei vergleichbarer oder besserer Leistung oft bei 450 bis 650 €. Dazu kommen garantierte Leistungen der privaten Krankenversicherung, Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit und Steuervorteile. Ausnahme: Bei sehr niedrigem oder stark schwankendem Einkommen kann die GKV günstiger sein.
Was kostet die private Krankenversicherung für Selbstständige im Monat?+
Grobe Richtwerte 2026 für einen gesunden 30-Jährigen: Basis-Schutz ab 350 €, Komfort-Tarif mit vollen Leistungen inklusive Tagegeld 450 bis 650 €. Ab 40 liegen die Beiträge 100 bis 200 € höher. Die Kosten und Beiträge hängen stark von Alter, Gesundheitszustand, gewählten Leistungen und Selbstbeteiligung ab.
Brauche ich als Selbstständiger eine Absicherung?+
In der Regel ja, und zwar dringend. Als Selbstständiger gibt es keine gesetzliche Lohnfortzahlung. Fällst du 3 Monate aus, bedeutet das ohne Krankentagegeld einen Einkommensausfall von oft 15.000 bis 30.000 €. Ein passender Tarif kostet typischerweise 30 bis 80 € pro Monat und ist steuerfrei. Eine der wichtigsten Absicherungen für Selbstständige und Freiberufler.
Kann ich später wieder zurück in die GKV?+
Nur in engen Grenzen. Wenn du unter 55 bist und deine Selbstständigkeit aufgibst, um angestellt unter der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € Brutto zu arbeiten, ist ein Wechsel möglich. Ab 55 oder bei Fortführung der Selbstständigkeit ist der Wechsel zurück faktisch versperrt. Deshalb ist der Wechsel in die private Krankenversicherung eine langfristige Entscheidung.
Was passiert mit meinem Beitrag, wenn ich wenig verdiene?+
Dein Beitrag bleibt gleich. In der privaten Krankenversicherung sind die Beiträge einkommensunabhängig, anders als in der GKV. Bei einem unerwartet schlechten Jahr zahlst du trotzdem denselben Beitrag. Umgekehrt profitierst du von hohen Einkünften. Für Selbstständige mit schwankendem Einkommen kann eine höhere Selbstbeteiligung helfen, den Grundbeitrag zu senken.
Wie funktioniert die PKV für Existenzgründer?+
Auch Existenzgründer können sich ab Tag 1 privat versichern. Viele Versicherer bieten spezielle Einsteiger-Tarife oder Anwartschaftsversicherungen an. Wichtig: keinen Schnellschuss machen. In den ersten Monaten der Selbstständigkeit ist die Einkommenslage oft noch unklar. Eine gründliche Beratung ist hier besonders wichtig, damit du nicht in einen zu teuren oder leistungsschwachen Tarif rutscht.
Was ist eine Beitragsrückerstattung?+
Die Beitragsrückerstattung ist eine Rückzahlung deines Versicherers, wenn du ein Kalenderjahr lang keine Leistungen in Anspruch nimmst. Je nach Tarif bekommst du 1 bis 6 Monatsbeiträge zurück. Die Beitragsrückerstattung ist ein exklusives Feature der privaten Krankenversicherung. In der GKV gibt es nichts Vergleichbares.