Lohnt sich die private Krankenversicherung für Beamtinnen und Beamte?
Für die meisten Beamten: ja. Dein Dienstherr übernimmt über die Beihilfe zwischen 50 und 80 % deiner Krankheitskosten. Die PKV sichert nur den Rest ab, was sie deutlich günstiger macht als eine freiwillige gesetzliche Krankenkasse (dort zahlst du in den meisten Bundesländern den vollen Beitrag allein).
Ein 30-jähriger Beamter mit 50 % Beihilfe liegt bei einem guten Tarif bei etwa 220 € im Monat. In der freiwilligen GKV sind es schnell 850 € und mehr.
Deine 3 wichtigsten Vorteile als Beamter in der PKV
1. Du zahlst oft weniger als die Hälfte.
Weil dein Dienstherr 50 bis 80 % deiner Kosten über die Beihilfe übernimmt, musst du nur den Rest versichern. Typischer Beitrag für einen Lebenszeit-Beamten mit 50 %
Beihilfe: 200 bis 280 € im Monat. In der freiwilligen GKV liegst du bei 600 bis 850 €.
2. Deine Leistungen sind vertraglich garantiert.
Was in deinem PKV-Vertrag steht, steht dauerhaft drin. Die gesetzliche Kasse kann Leistungen kürzen und tut es regelmäßig (höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, weniger Physiotherapie, neue Selbstbeteiligungen). Dein privater Vertrag bleibt, wie er ist.
3. Dein Beitrag sinkt in der Pension.
Wenn du in den Ruhestand gehst, steigt dein Beihilfesatz in der Regel auf 70 %. Dadurch sinkt dein PKV-Beitrag automatisch. Zusätzlich bauen deine Altersrückstellungen über die aktiven Jahre Beitragsdruck ab.
Warum Beamte in der PKV so günstig wegkommen
Als Beamter unterliegst du nicht der Sozialversicherungspflicht und kannst frei zwischen GKV und privater Krankenversicherung wählen, unabhängig von deinem Einkommen. Schon mal ein entscheidender Unterschied zu Angestellten, die erst über 77.400 € Jahresbrutto (Stand 2026) in die PKV dürfen.
Der eigentliche Gamechanger ist die Beihilfe. Dein Dienstherr übernimmt einen festen Prozentsatz deiner Behandlungskosten direkt.
Die typischen Beihilfesätze:
- 50 % als aktiver Beamter ohne Kinder
- 70 % als aktiver Beamter mit mindestens zwei berücksichtigungsfähigen Kindern
- 70 % in der Pension
- 70 % für deinen Ehe- oder Lebenspartner (wenn er/sie die Einkommensgrenze nicht überschreitet)
- 80 % für deine Kinder
Du versicherst über die private Krankenversicherung also nur die „Differenz“ zur Beihilfe (Fachbegriff: Restkostenversicherung). Dein PKV-Beitrag ist dadurch rund halb so hoch wie der einer regulären Vollversicherung, bei gleichem Leistungsumfang.
Und der Punkt, den viele unterschätzen: In der privaten Krankenversicherung hängt dein Beitrag nicht vom Gehalt ab. Wenn du zum A13 aufsteigst, zahlst du keinen Cent mehr. In der GKV wäre der Beitrag parallel gestiegen.
Was du schon probiert hast (und warum es selten passt)
Bevor Beamte bei uns landen, haben viele bereits einen oder zwei dieser Wege ausprobiert:
Vergleichsportal
Portale rechnen mit Standarddaten. Dein tatsächlicher Gesundheitszustand fließt nicht ein. Das Ergebnis: Du siehst einen Preis, den du am Ende oft gar nicht bekommst. Und Beihilfeergänzungstarife (die über Jahrzehnte deine größten Eigenanteile verursachen) werden meistens gar nicht angezeigt.
Beim bekanntesten Beamtenversicherer abschließen
Traditionsreiche Versicherer haben ihre Zielgruppe seit Jahrzehnten. Gute Grundleistung, bekannte Marke. Problem: Ihre Beihilfeergänzungstarife haben oft erhebliche Lücken gerade bei Zahnersatz, Heilpraktikern und Sehhilfen. Bei einer 4.000 € Zahnbehandlung bleiben schnell vierstellige Beträge bei dir hängen.
Kollegen fragen
Hilft selten. Kollegen haben entweder gerade selbst angefangen oder sind seit 30 Jahren im selben Tarif. Noch dazu weicht die Beihilfeverordnung zwischen den 16 Bundesländern teilweise stark ab. Die Empfehlung aus Bayern hilft dir in Niedersachsen wenig.
Der Beihilfeergänzungstarif: der wichtigste Baustein, den fast niemand erklärt
Jetzt kommt das Thema, bei dem die meisten Beamten ihr Geld verschenken. Bleib dran, das ist der Abschnitt, der deine Tarifwahl entscheidet.
Die Wurzel des Problems: Deine Beihilfe rechnet Arztrechnungen nach GKV-Niveau ab.
Deine private Krankenversicherung rechnet nach privatem Niveau (mit den Höchstsätzen der GOÄ und GOZ). Weil die Beihilfe weniger anerkennt als deine PKV abrechnet, entsteht eine Lücke. Die Differenz zahlst du.
Konkretes Rechenbeispiel: Arztrechnung 100 €.
- Deine PKV (mit 50 %) zahlt: 50 €
- Deine Beihilfe anerkennt nur 70 € als beihilfefähig. Davon 50 %, also 35 €
- Zusammen: 85 €
- Deine Lücke: 15 €
Bei einer einzelnen Rechnung harmlos. Bei einer Zahnbehandlung über 3.000 €, einem Hörgerät oder einem stationären Aufenthalt reden wir schnell über mehrere Hundert bis Tausende Euro pro Jahr, die du aus der eigenen Tasche zahlst.
Die 3 PKV-Anbieter, die wir Beamten am häufigsten empfehlen
Den „besten“ Tarif für alle gibt es in der PKV nicht.
Welche Versicherung für dich die richtige ist, hängt von deinen Diagnosen, deinem Bundesland und deinen persönlichen Wünschen ab. Ein Asthma-Spray in der Akte kann bedeuten, dass ein Anbieter dich komplett ablehnt, während ein anderer nur einen moderaten Risikozuschlag ansetzt.
Mit dieser Einschränkung im Hinterkopf, das sind die drei Anbieter, bei denen wir für Beamte am häufigsten landen:
1. Concordia
Stärke: Der Beihilfeergänzungstarif zählt zu den umfangreichsten am Markt. Gute Leistungen bei Zahnersatz, Heilpraktiker und im stationären Bereich. Solide Beitragsstabilität in den letzten Jahren.
Passend für: Beamte, die Wert auf einen wirklich umfassenden Schutz legen und stabile Beiträge im Alter wollen.
2. Barmenia
Stärke: Sehr starker Ergänzungstarif, gute Leistungen im ambulanten und Zahnbereich. Flexible Tarifbausteine, die sich an deine Situation anpassen lassen.
Passend für: Beamte, die einen leistungsstarken Schutz möchten und sich später flexibel erweitern wollen. Auch für Familien spannend.
3. Allianz
Stärke: Breite Tariflandschaft mit verschiedenen Ausbaustufen (Beihilfeergänzung Plus und Best). Gute Abdeckung auch über die GOÄ-Höchstsätze hinaus, wichtig bei Spezialisten und Koryphäen. Hohe Finanzstabilität.
Passend für: Beamte, die einen etablierten Anbieter wollen und Wert auf höchste Arztwahlfreiheit legen.
Wichtig: Diese drei Anbieter sind unser häufiger Endpunkt, aber selten der Startpunkt.
Wir fangen immer bei deiner Situation an, machen die anonyme Risikovorprüfung und schauen dann, welcher der 40+ Anbieter im Vergleich am besten abschneidet. Manchmal landen wir bei Universa, manchmal bei Hanse Merkur, manchmal bei einem deutlich kleineren Spezialisten.
Ergänzungstarif oder Eigenanteil?
Symptom bekämpfen: Eigenanteile selbst zahlen. Im Schnitt 500 bis 2.500 € pro Jahr bei Beamten ohne Ergänzungstarif.
Ursache lösen: Einen Beihilfeergänzungstarif abschließen, der genau in diese Lücke springt. Kostet meistens zwischen 5 und 30 € im Monat und rechnet sich nach einer einzigen größeren Behandlung.
Ein guter Ergänzungstarif deckt ab: Differenz zwischen Beihilfe und Arztrechnung (auch über GOÄ-Höchstsätzen), Zahnersatz und Kieferorthopädie, Sehhilfen, Heilpraktiker, Hilfsmittel wie Hörgeräte, stationäre Wahlleistungen, Material- und Laborkosten.
Der Punkt, den andere Ratgeber gerne weglassen: Die Qualität der Ergänzungstarife am Markt unterscheidet sich drastisch. Bei einigen altbekannten, klassischen Beamtenversicherern sieht der Tarif auf dem Papier nett aus, leistet aber in wichtigen Bereichen schlicht nicht. Zahnersatz, Heilpraktiker oder Sehhilfen werden entweder gar nicht oder mit lächerlich niedrigen Höchstgrenzen übernommen. Du zahlst trotz Ergänzungstarif drauf.
Welcher Tarif für dich passt, hängt aber immer von deinem Gesundheitszustand und deinem Bundesland ab. Deshalb machen wir vor jeder Empfehlung eine anonyme Risikovorprüfung bei allen relevanten Anbietern. Ohne dass dein Name irgendwo auftaucht oder ein Eintrag in der HIS-Datei entsteht. So weißt du schwarz auf weiß, wer dich zu welchen Konditionen annimmt, bevor du überhaupt einen Antrag stellst.
Anonyme Risikovorprüfung starten →
Was unsere Kunden nach dem Wechsel sagen
Pet2k, GKV → PKV-Wechsel (August 2025): „Ich habe eine sehr gute und transparente Beratung hinsichtlich eines Wechsels erhalten. Alle Vor- und Nachteile wurden sauber und nachvollziehbar vorbereitet. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt.„
Cengiz Cakar (März 2025): „Kompetent, schnell und unkompliziert. Es gibt stets eine passende Lösung. Klare Empfehlung.„
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Was die private Krankenversicherung für Beamte kostet
Der Beitrag hängt ab von Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Leistungsumfang, Beihilfesatz und eventuellen Risikozuschlägen.
Um dir eine realistische Größenordnung zu geben, hier typische Beiträge für 2026:
| Profil | Beihilfe | Beitrag/Monat |
|---|---|---|
| Beamtenanwärter / Referendar (25 J.) | 50 % | ab 80 bis 120 € |
| Beamter auf Lebenszeit (30 bis 35 J.) | 50 % | ab 200 bis 280 € |
| Beamter mit Kind | 50 % / 80 % | ab 220 € + ~30 € pro Kind |
| Pensionär (65 J.) | 70 % | sinkt gegenüber Aktivzeit |
Der ehrliche GKV-Vergleich: Wer als Beamter in die freiwillige GKV geht, zahlt in den meisten Bundesländern den vollen Beitrag allein, schnell 850 € und mehr im Monat. 220 € PKV-Beitrag sind im Vergleich weit entfernt von einer „teuren Zusatzversicherung“.
Für deine konkrete Situation: Unser PKV-Rechner liefert dir in 2 Minuten eine Hausnummer für dein erstes Angebot.
Öffnungsaktion und Vorerkrankungen
Die Öffnungsaktion ist eine freiwillige Selbstverpflichtung von 16 PKV-Anbietern. Innerhalb von 6 Monaten nach deiner erstmaligen Verbeamtung musst du von einem teilnehmenden Versicherer aufgenommen werden, auch mit Vorerkrankungen. Der Risikozuschlag ist auf maximal 30 % gedeckelt, Leistungsausschlüsse sind nur in engen Grenzen erlaubt. Gilt auch für Ehepartner und Kinder.
Zwei wichtige Einschränkungen:
- Die 6-Monats-Frist ist hart. Danach kein Anspruch mehr.
- Die Öffnungsaktion gilt nur bei individueller Beihilfe. Wer pauschale Beihilfe wählt, verliert diesen Anspruch.
Pauschale Beihilfe: Finger weg? Die ehrliche Einordnung
Einige Bundesländer bieten die pauschale Beihilfe an (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen, Thüringen und weitere). Die Idee: pauschaler Zuschuss, um in der GKV zu bleiben.
Klingt fair, hat aber mehrere Haken:
- Unwiderruflich. Ab Beamter auf Probe musst du dich festlegen. Kein Wechsel zurück.
- Öffnungsaktion entfällt. Mit Vorerkrankungen kommst du später kaum in die private Krankenversicherung.
- Umzug wird zum Problem. In einem Bundesland ohne pauschale Beihilfe zahlst du den vollen GKV-Beitrag allein.
- Langfristig meistens teurer. Als Beamter im gehobenen Dienst zahlst du schnell den GKV-Höchstbeitrag, dauerhaft.
Für die meisten Beamten gilt: Finger weg.
Ausnahme: schwere Vorerkrankungen, die eine PKV-Aufnahme unmöglich machen würden.
So läuft der Einstieg bei uns ab
Schritt 1: Trag dich ein, wir melden uns
Du meldest dich unverbindlich über unser Anfrage-Formular. Wir rufen innerhalb von 24 Stunden zurück.
Schritt 2: Unverbindliches Erstgespräch (ca. 30 Min.)
Wir klären Ausgangssituation, Bundesland, Beihilfesatz, Familiensituation, Vorerkrankungen. Kostenlos. Wenn du dich danach gegen uns entscheidest, ist das okay.
Schritt 3: Anonyme Risikovorprüfung und deine Empfehlung
Wir prüfen bei 40+ Anbietern anonym (ohne deinen Namen, ohne HIS-Eintrag). Auf Basis der Ergebnisse bekommst du 2 bis 3 konkrete Tarife auf den Tisch, mit klarer Begründung. Bei Zustimmung läuft der Abschluss für deinen Schutz komplett digital.
Was danach kommt: Über unsere Kunden-App hast du jederzeit Zugriff auf deinen Vertrag. Bei Lebensereignissen (Hochzeit, Kind, Bundeslandwechsel, Pension) passen wir den Teil deines Tarifs an.
Häufige Fragen zur privaten Krankenversicherung für Beamte
Lohnt sich die private Krankenversicherung für Beamte wirklich?+
Für die meisten Beamten: ja, deutlich. Dein Dienstherr übernimmt durch die Beihilfe 50 bis 80 % deiner Krankheitskosten. Dadurch ist dein PKV-Beitrag nur ein Bruchteil einer Vollversicherung. In der freiwilligen GKV zahlst du den vollen Beitrag ohne Arbeitgeberanteil. Ausnahme: Bei schweren Vorerkrankungen oder in Bundesländern mit pauschaler Beihilfe kann die GKV die bessere Wahl sein.
Was kostet die PKV für Beamte im Monat?+
Grobe Richtwerte 2026: Anwärter ab 80 € pro Monat, Lebenszeit-Beamter (30 J.) ab etwa 220 €, Kinder ab etwa 30 €. Im Alter sinkt der Beitrag oft, weil der Beihilfesatz auf 70 % steigt und Altersrückstellungen greifen.
Worin unterscheidet sich die PKV für Beamte und Beamtenanwärter?+
Beamte und Beamtenanwärter haben beide Anspruch auf Beihilfe und können sich privat krankenversichern. Der große Unterschied liegt im Tarif und Preis: Für Beamtenanwärter gibt es spezielle Anwärter-Tarife, die deutlich günstiger sind (ab etwa 80 € im Monat), weil der Versicherer auf die Altersrückstellungen in der Ausbildungszeit verzichtet. Nach der Verbeamtung auf Probe oder Lebenszeit wechselst du automatisch in den regulären Beamtentarif, der mit Altersrückstellungen kalkuliert ist und zwischen 200 und 280 € liegt. Wichtig: Den Beihilfeergänzungstarif solltest du bereits als Anwärter mitabschließen, weil später eine erneute Gesundheitsprüfung nötig wäre und bestehende Diagnosen dann zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen können.
Was ist ein Beihilfeergänzungstarif und brauche ich den?+
Der Beihilfeergänzungstarif schließt die Lücke zwischen dem, was die Beihilfe anerkennt (GKV-Niveau), und dem, was die private Krankenversicherung abrechnet (privates Niveau). Ohne Ergänzungstarif bleiben bei größeren Rechnungen (Zahnersatz, Hilfsmittel, Koryphäen-Behandlungen) oft vierstellige Eigenanteile bei dir hängen. Für praktisch jeden Beamten sinnvoll. Achtung: Die Qualität variiert stark zwischen den Anbietern.
Kann ich als Beamter mit Vorerkrankungen in die private Krankenversicherung?+
In der Regel ja, dank der Öffnungsaktion. 16 teilnehmende Versicherer garantieren deine Aufnahme innerhalb von 6 Monaten nach der Verbeamtung, auch mit Vorerkrankungen. Risikozuschlag maximal 30 %. Gilt nur bei individueller Beihilfe.
Wie funktioniert die private Krankenversicherung im Referendariat?+
Als Referendar hast du bereits Beihilfeanspruch und kannst dich privat versichern. Viele Versicherer bieten günstige Anwärter-Tarife an, die speziell auf die Ausbildungszeit zugeschnitten sind. Alternative: eine Anwartschaftsversicherung, mit der du dir günstige Konditionen für den späteren Wechsel sicherst.