Warum die PKV für Referendare fast immer die bessere Wahl ist
94 % der Beamten in Deutschland sind privat versichert. Dafür gibt es gute Gründe. Die Antwort liegt in der Kombination aus Beihilfe und beihilfekonformen PKV-Tarifen. Die Vorteile der privaten Krankenversicherung gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse sind für Referendare besonders deutlich:
Deutlich günstiger als die GKV
In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es für Beamtenanwärter weder einen speziellen Tarif noch einen Arbeitgeber-Zuschuss (Ausnahme: Bundesländer mit pauschaler Beihilfe). Ein Lehramtsanwärter mit 1.450 Euro Bruttoverdienst zahlt in der GKV rund 280 Euro im Monat. In der PKV mit 50 % Beihilfe: 76 bis 130 Euro. Die Sicherheit, weniger zu zahlen und mehr zu bekommen, ist für die meisten Referendare der entscheidende Faktor.
Bessere Leistungen
Freie Wahl des Arztes, Einbettzimmer im Krankenhaus, Chefarztbehandlung, umfangreiche Zahnleistungen und Zugang zu Heilpraktiker-Behandlungen. Der Versicherungsschutz einer PKV mit Beihilfe übertrifft die GKV in praktisch jedem Bereich. Die Gesundheitskosten werden zwischen Dienstherr und Versicherer aufgeteilt, für dich bleibt im besten Fall null Eigenanteil. Im Krankheitsfall bist du in der privaten Krankenversicherung spürbar besser versorgt.
Junges Eintrittsalter sichern
Je jünger du bei Abschluss bist, desto günstiger bleibt der Tarif über die gesamte Laufzeit. Auch Studierende, die vor dem Referendariat bereits über eine PKV nachdenken, profitieren davon. Wer im Referendariat mit Mitte 20 einsteigt, zahlt sein Leben lang weniger als jemand, der erst mit 35 in die PKV wechselt.
PKV-Kosten im Referendariat: Was du wirklich zahlst
Die Kosten für die Krankenversicherung im Referendariat hängen von mehreren Faktoren ab:
| Faktor | Auswirkung auf die Beitragshöhe |
|---|---|
| Beihilfesatz | 50 % (Standard) bis 70 % (mit 2+ Kindern) |
| Alter | Je jünger, desto günstiger |
| Gesundheitszustand | Vorerkrankungen können Zuschläge auslösen |
| Tarifwahl | Basis (76 €) bis Premium (160 €+) |
| Bundesland | Pauschale Beihilfe in einigen Ländern |
Ein Beispiel: Eine 25-jährige Lehramtsanwärterin in NRW mit 50 % Beihilfe und ohne Vorerkrankungen zahlt für einen soliden Anwärtertarif zwischen 76 und 130 Euro im Monat inklusive Pflegeversicherung. Ein 30-jähriger Jura-Referendar mit Selbstbeteiligung landet bei 100 bis 150 Euro.
Wichtig: Anwärtertarife bilden während des Referendariats bewusst noch keine Altersrückstellungen. Deshalb sind sie so günstig. Nach der Verbeamtung auf Probe steigen die Beiträge, weil dann Rückstellungen für das Alter aufgebaut werden. Genau hier liegt die Falle: Manche Versicherer locken mit extrem günstigen Anwärtertarifen, die nach der Phase des Referendariats explosionsartig teurer werden.
Unser Tipp: Vergleiche immer den Anwärtertarif UND den prognostizierten Volltarif beim selben Anbieter. Wir zeigen dir beide Werte transparent.
Beihilfe im Referendariat: So funktioniert das System
Als angehende Beamtin oder angehender Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf Beihilfe vom Bund oder deinem Bundesland. Die Beihilfe ist ein Zuschuss deines Dienstherrn zu deinen Gesundheitskosten. Je nach Situation übernimmt sie:
- 50 % der Kosten für dich als Referendarin oder Referendar (Standardsatz)
- 70 % wenn du zwei oder mehr Kinder hast
- 70–80 % für Ehepartner und Kinder (je nach Bundesland und Stelle)
Die PKV deckt den verbleibenden Anteil ab. Zusammen ergibt das bei passendem Tarif eine lückenlose Absicherung ohne Eigenanteil. In einigen Bundesländern (u. a. Hamburg, Bremen, Thüringen, Berlin, Brandenburg) gibt es seit 2018 die pauschale Beihilfe:
Der Dienstherr zahlt wie ein Arbeitgeber rund 50 % des GKV-Beitrags. Referendare in diesen Bundesländern haben die Möglichkeit, zwischen pauschaler Beihilfe (GKV) und individueller Beihilfe (PKV) zu wählen. Die Entscheidung ist für die Dauer des Dienstverhältnisses bindend. Für die meisten Menschen lohnt sich trotzdem die PKV, weil die Leistungen deutlich besser und die Kosten über die Lebenszeit geringer sind.
Was passiert nach dem Referendariat?
Die Phase nach dem Referendariat ist der Moment, in dem sich die Tarifwahl bewähren muss:
Verbeamtung auf Probe
Du bleibst in der PKV und wechselst vom Anwärtertarif in einen regulären Beihilfetarif. Beim selben Versicherer entfällt die erneute Gesundheitsprüfung. Erkrankungen, die während des Referendariats aufgetreten sind, spielen bei der Tarifumstellung keine Rolle. Genau deshalb ist die Wahl des Versicherers so wichtig: Du bindest dich für Jahrzehnte.
Anstellung als Lehrer oder im Lehrberuf ohne Verbeamtung
Angehende Lehrkräfte, die zunächst im Angestelltenverhältnis starten, werden bei einem Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026: 77.400 Euro) versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. In dieser Situation solltest du eine Anwartschaft abschließen. Damit frierst du deinen Gesundheitszustand und dein Eintrittsalter ein und kannst bei späterer Verbeamtung ohne Probleme zurück in die PKV.
Arbeitslosigkeit nach dem Referendariat
Auch hier greift die GKV-Pflicht. Die Anwartschaft sichert die Rückkehr ab.
Selbstständigkeit oder Widerruf
Wer sich nach dem Studium selbstständig macht, bleibt in der PKV. Bei Widerruf des Beamtenverhältnisses hängt die Lösung von der individuellen Situation ab.
Worauf Referendare bei der Tarifwahl achten sollten
Locktarife erkennen
Manche Versicherer bieten extrem günstige Anwärtertarife an, die nach der Verbeamtung drastisch teurer werden. Wir zeigen dir immer den Anwärtertarif und den prognostizierten Volltarif gemeinsam. Die Debeka, Hallesche und uniVersa gehören zu den Versicherern, die hier transparent kalkulieren.
Psychotherapie prüfen
Gerade im Dienst als Lehrkraft oder im Jura-Referendariat ist psychische Belastung ein Thema. Tarife mit unbegrenzter Psychotherapie-Erstattung sind langfristig die bessere Wahl. Mehr dazu in unserem Ratgeber Psychotherapie PKV.
Öffnungsaktion nutzen
Referendare mit Vorerkrankungen können innerhalb der ersten sechs Monate nach Ernennung zum Beamtenanwärter die Öffnungsaktion der PKV nutzen. 16 Versicherer haben sich verpflichtet, Beamtenanwärter aufzunehmen, allerdings mit Risikozuschlag statt Leistungsausschluss. Das ist für füreinander einstehende Mitglieder der Versichertengemeinschaft ein wichtiges Sicherheitsnetz.
Beitragsrückerstattung beachten
Viele Tarife erstatten einen Teil der Beiträge zurück, wenn du in einem Kalenderjahr nichts einreichst. Für junge, gesunde Referendare kann das die effektiven Kosten deutlich senken.
Kinder und Familie mitdenken
Deine Kinder haben als Familienmitglieder eines Beamten ebenfalls Anspruch auf Beihilfe (in der Regel 80 %). Die PKV-Beiträge für Kinder liegen dadurch oft bei nur 20 bis 40 Euro im Monat.
Häufige Fragen zur PKV im Referendariat
Wie viel kostet die PKV für Referendare 2026?+
Zwischen 76 und 160 Euro pro Monat, je nach Alter, Bundesland, Gesundheitszustand und Tarif. Für 25-Jährige mit 50 % Beihilfe und ohne Vorerkrankungen liegt der Durchschnitt bei 90 bis 120 Euro inklusive Pflege. Die Erfahrung zeigt: Die meisten Referendare finden einen passenden Tarif unter 130 Euro.
Kann ich als Referendar in der GKV bleiben?+
Ja, aber es ist in den meisten Bundesländern deutlich teurer und bietet weniger Leistungen. In der GKV zahlst du den vollen Beitrag ohne Arbeitgeber-Zuschuss oder Beihilfe (Ausnahme: Bundesländer mit pauschaler Beihilfe). Die relevanten Informationen bekommst du bei deiner zuständigen Beihilfestelle.
Was passiert mit meiner PKV, wenn ich nach dem Referendariat nicht verbeamtet werde?+
Du wirst in der Regel versicherungspflichtig in der GKV. Sichere dir in jedem Fall eine Anwartschaft, um deinen Gesundheitszustand und dein Eintrittsalter zu speichern. So kannst du bei späterer Verbeamtung ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne Zuschläge zurück in deinen alten Tarif. Mehr dazu auf unserer Seite zur Anwartschaft.
Brauche ich als Referendar einen Spezialisten für PKV-Beratung?+
Die PKV für Beamtenanwärter hat Besonderheiten (Beihilfe, Locktarife, Öffnungsaktion, Anwartschaft, Übergang nach dem Referendariat), die ein generalistischer Berater oft nicht auf dem Schirm hat. Ein auf Beamte spezialisierter Makler wie dein onlinemakler kennt die Fallstricke und findet Lösungen, die zu deiner Stelle, deinem Bundesland und deiner persönlichen Situation passen.