Wer länger krank ist, verliert Einkommen. Für Angestellte endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber nach sechs Wochen. Für Selbstständige und Freiberufler kann der Verdienstausfall ab dem ersten Krankheitstag beginnen.
Die Krankentagegeldversicherung schließt genau diese Lücke und sichert deinen Lebensstandard, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten kannst.
Diese Seite gibt dir einen vollständigen Überblick: Was die Krankentagegeldversicherung ist, wie sie funktioniert, wer sie braucht, was sie kostet und worauf du beim Abschluss achten solltest.
Die Krankentagegeldversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die dir bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall einen täglichen Geldbetrag auszahlt. Dieser Tagessatz ersetzt den Einkommensausfall, den du durch die Krankschreibung erleidest.
Definition Krankentagegeld: Ein vereinbarter Tagessatz, der bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit täglich ausgezahlt wird, einschließlich Sonn- und Feiertage. Die Höhe des Krankentagegeldes richtet sich nach deinem Einkommen und dem gewählten Tarif.
Die private Krankentagegeldversicherung ist nicht zu verwechseln mit dem gesetzlichen Krankengeld, das gesetzlich Versicherte nach Ablauf der Lohnfortzahlung von ihrer Krankenkasse erhalten. Das gesetzliche Krankengeld ist auf 70 Prozent des Bruttoeinkommens begrenzt und deckt in vielen Fällen nicht den tatsächlichen Bedarf.
Als Angestellter hast du für die ersten sechs Wochen einer Erkrankung Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Ab dem 43. Krankheitstag greift bei gesetzlich Versicherten das Krankengeld der Krankenkasse.
Das Problem: Das Krankengeld beträgt maximal 70 Prozent des Bruttoeinkommens, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoeinkommens. Dazu kommen Sozialabgaben, die vom Krankengeld abgezogen werden. Die tatsächliche Einkommenslücke liegt für viele Angestellte bei 20 bis 30 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens.
Privat versicherte Angestellte erhalten dieses Krankengeld nicht. Für sie ist die private Krankentagegeldversicherung die einzige Möglichkeit, den Verdienstausfall nach Ende der Lohnfortzahlung abzusichern.
| Zeitraum | Absicherung | Höhe |
|---|---|---|
| Tag 1 bis Tag 42 | Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber | 100 Prozent des Gehalts |
| Ab Tag 43 (GKV) | Krankengeld der Krankenkasse | Max. 70 % Brutto / 90 % Netto |
| Ab Tag 43 (PKV) | Krankentagegeld aus privater Versicherung | Individuell vereinbarter Tagessatz |
Für Selbstständige und Freiberufler beginnt der Verdienstausfall oft schon ab dem ersten Tag der Krankschreibung. Es gibt weder Lohnfortzahlung noch automatisches Krankengeld. Wer krank ist, verdient nichts.
Die private Krankentagegeldversicherung ist für Selbstständige deshalb keine optionale Zusatzversicherung, sondern ein zentraler Baustein der Einkommensabsicherung. Je nach Tarif kann der Versicherungsschutz ab dem ersten, zweiten, dritten oder einem späteren Tag der Arbeitsunfähigkeit beginnen.
Du vereinbarst beim Abschluss einen Tagessatz, der sich an deinem Nettoeinkommen orientiert.
Als Faustregel gilt: Der Tagessatz sollte so bemessen sein, dass er zusammen mit anderen Einkommensquellen deinen laufenden Lebensstandard absichert.
Rechenbeispiel Tagessatz:
Viele Versicherer begrenzen den Tagessatz auf 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens als Obergrenze.
Die Karenzzeit ist der Zeitraum ab dem Tag der Arbeitsunfähigkeit, nach dem das Krankentagegeld erst zu fließen beginnt. Für Angestellte, die Lohnfortzahlung erhalten, macht eine Karenzzeit von 43 Tagen Sinn. Der Schutz greift dann genau ab dem Ende der Lohnfortzahlung.
Selbstständige wählen häufig kürzere Karenzzeiten, zum Beispiel ab dem dritten oder siebten Krankheitstag.
Im Krankheitsfall reicht eine ärztliche Krankschreibung beim Versicherer ein. Der vereinbarte Tagessatz wird dann täglich ausgezahlt, einschließlich Sonn- und Feiertage, für die gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit bis zur vereinbarten Leistungsgrenze.
| Kriterium | Privat versicherte | Gesetzlich versicherte |
|---|---|---|
| Lohnfortzahlung | 6 Wochen durch Arbeitgeber | 6 Wochen durch Arbeitgeber |
| Absicherung danach | Privates Krankentagegeld | Krankengeld der Krankenkasse |
| Höhe | Individuell vereinbarter Tagessatz | Max. 70 % Brutto |
| Sonn- und Feiertage | Inklusive | Inklusive |
| Selbstständige | Ab erstem Tag möglich | Freiwillig möglich |
| Gesundheitsprüfung | Ja | Aufnahmepflicht |
Die Prämie der privaten Krankentagegeldversicherung hängt von mehreren Faktoren ab:
Je jünger du beim Vertragsabschluss bist, desto günstiger ist die Prämie. Wie bei der privaten Krankenversicherung gilt: Früh einsteigen lohnt sich.
Je höher der vereinbarte Tagessatz, desto höher die monatliche Prämie.
Eine längere Karenzzeit senkt die Prämie, weil der Versicherer seltener leistet.
Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen.
Preisbeispiel: Ein 35-jähriger Selbstständiger ohne Vorerkrankungen, Tagessatz 80 Euro, Karenzzeit 3 Tage, zahlt je nach Versicherer und Tarif zwischen 40 und 90 Euro pro Monat.
Für Selbstständige sind Beiträge zur Krankentagegeldversicherung steuerlich als Betriebsausgabe oder Sonderausgabe absetzbar, je nach steuerlicher Einordnung des Vertrags.
Für Angestellte gelten die Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen und sind bis zum Höchstbetrag von 1.900 Euro im Rahmen der Steuererklärung absetzbar.
Ausgezahltes Krankentagegeld ist in der Regel steuerfrei, sofern die Beiträge aus versteuertem Einkommen gezahlt wurden. Das ist ein weiterer Vorteil gegenüber dem gesetzlichen Krankengeld, das als Lohnersatzleistung dem Progressionsvorbehalt unterliegt.
Dein Einkommen steigt über die Jahre. Dein Krankentagegeld sollte mitwachsen. Achte beim Tarif auf eine Anpassungsklausel, die dir erlaubt, den Tagessatz ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Manche Tarife leisten auch bei Teilarbeitsunfähigkeit, also wenn du aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kannst. Das ist besonders für Selbstständige relevant.
Wie lange zahlt der Versicherer bei einer Erkrankung? Die meisten Tarife leisten bis zu einem bestimmten Höchstbetrag pro Erkrankung oder pro Zeitraum. Tarife mit unbegrenzter Leistungsdauer bieten den umfassendsten Schutz, sind aber teurer.
Manche Tarife enthalten eine Klausel, die den Versicherer berechtigt, die Leistung einzustellen, wenn der Versicherte theoretisch eine andere Tätigkeit ausüben könnte. Tarife ohne abstrakte Verweisung leisten, solange du in deinem tatsächlichen Beruf arbeitsunfähig bist.
Beim Abschluss einer Krankentagegeldversicherung werden Gesundheitsfragen gestellt. Vorerkrankungen müssen vollständig und wahrheitsgemäß angegeben werden. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigert.
Krankentagegeld zahlt bei jeder Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall, unabhängig davon, ob du im Krankenhaus liegst oder zuhause krankgeschrieben bist.
Krankenhaustagegeld zahlt ausschließlich für die Tage, an denen du stationär im Krankenhaus behandelt wirst. Es ist ein ergänzender Baustein, kein Ersatz für das Krankentagegeld.
Die richtige Höhe des Krankentagegeldes, die passende Karenzzeit und der beste Tarif hängen von deiner Berufsgruppe, deinem Einkommen und deinen Bedürfnissen ab.
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